Montag, 08. Februar 2010 | Medien, Sport
Fußball-Kommentatoren im Fernsehen sind langweilig. Eine Erkenntnis, die ich nicht erst seit meiner Tätigkeit für 90elf habe. Moment, stimmt nicht ganz. Fußball-TV-Kommentatoren in Deutschland sind langweilig. Denn in anderen Ländern, vor allem im südeuropäischen und lateinamerikanischen Raum, zeigen die Reporter Emotionen und kommentieren lebendig. Der Torschrei dauert solange an, dass ich locker aufs Klo gehen und mir anschließend sogar die Hände waschen könnte.
Ich fühlte mich fast schon verstört, als ich das letzte Mal einen Fernsehkommentator in der ARD gehört habe. Das Spiel wird mit ewigen Leerläufen begleitet, gefolgt vom staccatoartigen Nennen des Namens. “Ballack… Schweinsteiger”. Langweilig. Gefühlskalt. All das was den Fußball ausmacht, spiegelt sich nicht in der Ansprechhaltung wider. Deswegen mein Appell an die Rethys dieser Welt: Stock ausm Arsch und mal auf die Kacke hauen!
Samstag, 21. November 2009 | Mein Leben, Sport
Immer wenn der 1. FC Nürnberg in einem Spiel in Führung geht, werde ich in den letzten Minuten der zweiten Halbzeit nervös. Eigentlich werde ich immer nervös, unabhängig vom aktuellen Spielstand. Schon zu oft saß ich vor dem Fernseher oder dem Radio und hörte wie in der Nachspielzeit entscheidene Tore gegen Nürnberg fielen. Dann war die Stimmung meistens im Keller. Ungefähr so wie der Club noch vor diesem Spieltag.
Heute sollten die letzten Minuten im Auswärtsspiel gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg schön werden. Ausnahmsweise. Wider Erwarten raffte sich der Club auf und konnte mit einem Konter den Siegtreffer zum 3:2 in der Volkswagen-Arena erzielen. Peer Kluge erlöste mich im Konferenzstudio von 90elf in der dritten Minute der Nachspielzeit. Und überhaupt war das eines der besten Spiele, das ich von Nürnberg in der letzten Zeit gesehen habe. Nicht zu Unrecht sagte unser Reporter Stefan Grothoff, dass Nürnberg woanders stehen würde, könnten sie diese Leistung immer abrufen. Das war einfach schöner Fußball, toll kombiniert, schön herausgespielt – übrigens auch von den Wolfsburgern. Eine Klatsche hatte ich erwartet, ich wurde eines Besseren belehrt und freue mich nun umso mehr, meinen Feierabend anzutreten. Mit 3 Punkten im Gepäck und dem 14. Tabellenplatz. Die Abstiegszone bleibt jedoch nach wie vor in gefährlicher Nähe. Auf Lorbeeren kann sich Trainer Michael Oenning also nicht ausruhen.
Freitag, 20. November 2009 | Deutschland, Sport
Nach dem Tod von Robert Enke hat sich nun ein Bundesligaspieler zu seinen Depressionen bekannt. Vor wenigen Minuten verschickte der FC St. Pauli eine Pressemitteilung, in der auf eigenen Wunsch von Andreas Biermann folgender Brief veröffentlicht wurde:
Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profifußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen.
Ich versuchte mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen!
Zeitweilig habe ich versucht im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.
Dank der Unterstützung meiner Familie, des FC St.Pauli – allen voran meines Trainers Holger Stanislawski -, meines Beraters Henry Hennig und meiner Ehefrau, begab ich mich am 13. November in eine stationäre Behandlung.
Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.
Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Biermann
Lüftet sich der Vorhang des Schweigens nun doch nach und nach?
Montag, 10. August 2009 | Mein Leben, Sport
Das war er also nun, der erste Bundesliga-Samstag in der Saison 2009/2010. Erkenntnis Nummer 1: Der Club hat verloren.
Wie so oft wenn etwas neu beginnt, verbringt man mehr Zeit damit. In der Bundesliga ist das vor allem durch die neuen Anstoßzeiten begründet. Statt bisher ein Mal, wird samstags nun drei Mal angepfiffen. Um 13:30, 15:30 und 18:30 Uhr rollt der Ball und ganz Fußball-Deutschland freut sich. Für uns im Sender ist das natürlich eine gewisse Herausforderung – technisch und personell. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ein solcher 12-Stunden-Samstag derartig schlaucht. Nach der Arbeit wollte ich nur noch heim und mich hinlegen. Die permanente Konzentration während der Live-Konferenz und die verschiedenen Arbeitsabläufe, die im Hintergrund stattfinden, kosten viel Kraft. Dafür macht der Job aber auch unglaublich viel Spaß.
Natürlich berichten wir objektiv von der Bundesliga, aber wie jeder andere Fußballfan auch, hat jeder bei uns im Team einen Lieblingsverein. Interessanterweise kann niemand von uns nach dem ersten Spieltag wirklich feiern. Die meisten Vereine unserer Wahl haben verloren oder zumindest nicht den erwarteten Sieg eingefahren. Andere Kollegen wiederrum ärgern sich über völlig in den Sand gesetzte Tipps beim internen Tippspiel.
Zum Glück ist das erst der Anfang und noch alles offen. Es wird eine spannende Saison.
Donnerstag, 04. Juni 2009 | Mein Leben, Sport

Fußballfans stürmen auf das Spielfeld, schneiden Stücke des Rasens als Souvenir aus. Szenen, die man sonst nur von Meisterschaftsfeiern oder Pokalsiegen kennt. Oder von Club-Aufstiegen.
Der 1. FC Nürnberg ist – mal wieder – in die 1. Liga aufgestiegen. Im Rückspiel der Relegation machte der Club den Sack zu und siegte mit 2:0. Nach Abpfiff stürmten die Fans das Spielfeld, trotz der mehrfachen Aufforderung des Stadionsprechers, den Rasen nicht zu betreten. Pustekuchen, das war schon immer so in Franken. Club-Präsident Michael A. Roth kündigte im Vorfeld an, dass keine Aufstiegsfeier organisiert sei und dass man spontan feiern würde. Genau so wirkte das auch. Eher schlecht als recht standen die Spieler auf der Haupttribüne, auf der Fläche, wo sonst die TV-Kameras aufgebaut sind. Kapitän Andy Wolf bekam als erster das Mirkofon in die Hand und hatte nichts besseres zu tun als zunächst Anti-Fürth-Lieder einzustimmen: “Alle Blumen blühen, nur das Fürther Kleeblatt nicht”. Enttäuschend, sollte man doch vielleicht zunächst den Fans danken und solche Späße dann im Nachhinein veranstalten.
In der Mixed-Zone warteten die Medienvertreter auf die Spieler, um Interviews zu führen. Diese hatten aber vielmehr Lust die Presse mit Bierduschen zu erfreuen. Kameramänner und Fotografen versuchten ihr Equipment in Sicherheit zu bringen, das gelang allerdings nicht allen.
Gefeiert wurde im Anschluss nicht nur im Frankenstadion sondern auch auf der Wöhrder Wiese, wo bereits im Vorfeld eine Leinwand zum Public Viewing aufgebaut war. Ein toller Tag mit vielen Eindrücken, die ihr hier nachschauen könnt. WIR SIND DER CLUB!
Montag, 20. April 2009 | Medien, Sport
Ich bin stolz, den neuen Kinospot von 90elf, Deutschlands erstem Fußball-Radio, auf meinem Blog präsentieren zu dürfen. Macht damit was ihr wollt: Sagt es weiter, verlinkt ihn, postet ihn, bettet ihn ein! Wie gefällt er Euch?