Langeweile beim Fußball

Fußball-Kommentatoren im Fernsehen sind langweilig. Eine Erkenntnis, die ich nicht erst seit meiner Tätigkeit für 90elf habe. Moment, stimmt nicht ganz. Fußball-TV-Kommentatoren in Deutschland sind langweilig. Denn in anderen Ländern, vor allem im südeuropäischen und lateinamerikanischen Raum, zeigen die Reporter Emotionen und kommentieren lebendig. Der Torschrei dauert solange an, dass ich locker aufs Klo gehen und mir anschließend sogar die Hände waschen könnte.

Ich fühlte mich fast schon verstört, als ich das letzte Mal einen Fernsehkommentator in der ARD gehört habe. Das Spiel wird mit ewigen Leerläufen begleitet, gefolgt vom staccatoartigen Nennen des Namens. “Ballack… Schweinsteiger”. Langweilig. Gefühlskalt. All das was den Fußball ausmacht, spiegelt sich nicht in der Ansprechhaltung wider. Deswegen mein Appell an die Rethys dieser Welt: Stock ausm Arsch und mal auf die Kacke hauen!





Hund im Büro

Es gibt ja viele Parodien und Remixe auf Christoph Maria Herbsts Rolle Bernd Stromberg. Doch dieser schöne Song ist eine Meisterleistung in Bild und Ton.





Kindle DX ist da

Amazon hat den Verkauf des eBook-Readers Kindle DX gestartet. Nettes Gerät, jedoch mit einigen Einschränkungen für Deutschland. So können beispielsweise Blogs hierzulande vorerst nicht gelesen werden. Auch der experimentelle Browser ist noch nicht einsatzfähig. Könnte aber den endgültigen Durchbruch bringen.

Natürlich, in erster Linie soll man mit dem neuen Kindle DX Bücher lesen können. Dafür ist das Gerät einfach perfekt. Das Display gleicht einem Blatt Papier. Hält man den Kindle in der Hand, sieht es fast so aus als würde eine Demofolie auf dem Gerät kleben. Eine täuschend echte Abbildung von Text und Bild. Und wie das bei einem Blatt Papier so ist, fehlt auch hier die Hintergrundbeleuchtung. Wer lesen will, braucht also Licht, wie bei einem richtigen Buch. Auch PDF-Dokumente werden ab Werk unterstützt, was Business-Nutzern aber auch Studenten gefallen könnte. Allerdings muss man mit Schwarz-Weiß und Grau vorlieben nehmen, das Display unterstützt keine Farben. Per Knopfdruck konnte schon beim kleinen Bruder, dem 6-Zoll-Gerät, eine Seite gedreht werden. Beim Kindle DX übernimmt ein Lagesensor das automatische Drehen, sobald der Kindle horizontal gehalten wird.

Erstaunt hat mich das Vertriebs-Konzept für die digitalen Bücher. Dafür ist jeder Kindle DX mit einer SIM-Karte ausgestattet, die sonst in Handys und UMTS-Karten Platz findet. Ein Deal mit dem amerikanischen Mobilfunkbeteiber AT&T ermöglicht es, weltweit ohne zusätzliche Gebühren online zu gehen und sich Bücher innerhalb 60 Sekunden herunterzuladen, so das Versprechen. Was Amazon da anbietet und als “Global Wireless” bezeichnet, ist also eine weltweite UMTS-Flatrate für den Erwerb von Büchern, völlig unabhängig von WLAN-Hotspots. Roaminggebühren fallen keine an, es besteht schließlich auch kein Nutzungsvertrag und somit keine Verpflichtung für den Kunden.

Die ständige Verfügbarkeit des Internets bietet einen weiteren Vorteil. Bei Amazon können Zeitungsabonnements abgeschlossen werden. Der tägliche Gang zum Briefkasten bleibt dadurch erspart. Der Kindle lädt sich die aktuellen Ausgaben automatisch. So kann die Lieblingszeitung oder -zeitschrift auch im Urlaub ohne zusätzliche Kosten gelesen werden. Egal, wo man ist. Die Auswahl an deutschen Zeitungen ist derzeit aber noch überschaubar und somit ausbaufähig.

Sobald mehr deutschsprachige Bücher und Zeitungen verfügbar sind, werde ich mir die Anschaffung überlegen. Ich tendiere aber zur 6-Zoll-Variante. Hier wurde leider in der aktualisierten Version der SD-Kartenslot eingespart. Für den DX, den Amazon übrigens aus den USA liefert, zahlt man ca. 350 Euro. Die kleine Version ist für umgerechnet 180 Euro erhältlich.





Blamieren leicht gemacht

Die neue Staffel von Deutschland sucht den Superstar ging gestern Abend an den Start. Mit Traumquoten. Über fünf Millionen Zuschauer und knapp 35 Prozent Marktanteil für RTL, das sicherte der Castingsendung die Quotenspitze. Ab jetzt können sich also wieder die Sänger und Möchtegernsänger der Jury stellen. Das hat auch der Herr Gerlich getan. Der Herr Gerlich kommt aus Berlin und ist schon seit über 15 Jahren Fan der Formation Scooter. Und: Er ist always hardcore! Na dann, kack’n zu!

Update 08.01.: RTL hat anscheinend etwas dagegen, dass Videos bei YouTube hochgeladen werden. Man möchte wohl lieber die hauseigene Community Clipfish promoten, die exklusiv die DSDS-Videos online stellt. Das Einbetten in andere Seiten wird bei Clipfish jedoch nicht gestattet – zumindest nicht bei Videos der Castingshow. Damit machen sie sich nur selbst kostenlose Promotion kaputt. Aber bitte, hier findet ihr das Video.





Doherty und die Deutsche Hymne

Die Besucher des on3-Festivals zuckten für einen Moment zusammen. Hatten sie sich verhört oder sang Pete Doherty tatsächlich aus der ersten Strophe des Deutschlandlieds vor? “Deutschland, Deutschland über alles!”, ertönte es im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks. Die betreffende Zeile war in der NS-Zeit Teil der Deutschen Hymne. Und es war tatsächlich der Frontmann der Band Babyshambles, dessen Gig auch auf der Kulturwelle Bayern 2 live zu hören war. Dabei hatte beim Festival niemand mit Doherty gerechnet. Er wurde als Überraschungsgast gebucht und war als Höhepunkt des Festivals gedacht. Zuvor spielten viele kleinere Bands, ehe sich Pete Doherty wohl unwissentlich diesen Faux Pas erlaubte.

Wer über die Drogen- und Alkoholexzesse Dohertys Bescheid weiß, muss sich nicht wundern, wenn sich der Brite daneben benimmt. Er ist für seine Entgleisungen bekannt. In der Stellungnahme des Bayerischen Rundfunks hieß es, man habe zum nächstmöglichen Zeitpunkt das Konzert abgebrochen. Für viele ging das wohl nicht schnell genug, liest man in den Kommentaren auf dem on3-radio Blog.

Eigentlich ein Armutszeugnis für einen öffentlich-rechtlichen Sender, einen solchen Vorfall nicht unverzüglich handhaben zu können. Pete Doherty hat sich unterdessen für seinen Fehler entschuldigt, allerdings erst nachdem ihn der Bayerische Rundfunk dazu aufgefordert hat. Sein Management ließ verlautbaren, dass Doherty selbst jüdischer Abstammung sei und sich bereits in der Vergangenheit gegen Rassismus und Faschismus engagiert habe, unter anderem in der Organisation “Love Music Hate Racism“.





Bambi 2009 – Zum Wegschauen

Zugegeben, lange habe ich es vor dem Fernseher nicht ausgehalten. Bei der Bambi-Verleihung in Potsdam habe ich nur auszugsweise zuschauen wollen. Das Moderatorenduo Tom Bartels und Katarina Witt waren eine mittelschwere Katastrophe. Herr Bartels mit dem gefühlten Stock im Allerwertesten, Frau Witt mit aufgeschriebenen Gags, die weder lustig waren noch gut präsentiert wurden. Bartels mag als Sportkommenator einen guten Job machen, vor der Kamera wirkt er mir zu steif. Witt finde ich sehr sympathisch, solange sie nicht vor dem Mikro steht und moderieren muss. Das ist sicherlich keine ihrer Stärken.

Als dann die Scorpions als Laudatoren derart offensichtlich (und schlecht) vom Teleprompter ablasen, verging mir endgültig die Lust. Immerhin sah ich die nette Rede von Karl-Theodor zu Guttenberg, die aus aktuellem Anlass von dessen Frau vorgetragen wurde und die Ehrung des fantastischen Christoph Waltz. Hoffentlich bekommt er auch den Oscar, er hätte ihn verdient. Weshalb Shakira allerdings in diesem Jahr eine Auszeichnung (“Pop International”) erhielt, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Es gäbe eine große Anzahl von Künstlern, die 2009 im Pop-Geschäft durchaus mehr Erfolg hatten.






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